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Flipp, Flapp VirenApp
(Gedanken aus dem derzeitigen Leben eines Rohrmooser Kindergartenkindes -Mai 2020)

Komisch, auf einmal ist die Welt eine andere. Schuld soll so ein kleiner Virus sein, der von einem Menschen zum anderen spaziert und die Leute auf der ganzen Welt krank macht. Ich kann den Virus nicht sehen, riechen, hören oder fühlen aber doch, sagen sie, ist er da. Auch wenn ich mich gesund fühle, sagt meine Mama, bleiben wir erstmal zuhause. Anfangs fand ich das ganz schön langweilig, aber mittlerweile hab‘ ich schon vieles erlebt.

Eigentlich bin ich es gewohnt in den Kindergarten zu gehen und dort meine Freunde zu treffen. Doch meine Kindergartenfreundin Marie-Sophie und ihre Mama haben mir eine Geschichte geschickt, in der die Kindergartenkobolde Klara und Konrad erzählen, dass es im Kindergarten ganz leer und leise ist. Die Kobolde haben beobachtet, dass keine Osterdekoration im Kindergarten zu finden ist und haben sich auf die Suche gemacht, um uns Kinder zu finden. Letzt Woche waren die Kobolde, welche Marie-Sophie‘s Mama genäht hat, bei mir zu Besuch und wir haben einen wundervollen Tag erlebt. Zuerst habe ich den Kobolden unser ganzes Haus gezeigt und ihnen erzählt, was ich immer so gemacht habe. Danach haben wir uns auf den Weg in den Wald gemacht, dort haben wir verschiedene Tiere beobachtet und Naturmaterialien zum Basteln gesammelt. Als wir nachhause gekommen sind, haben wir die Sonne im Garten genossen und uns mit einer guten Jause gestärkt. Am Abend waren wir noch gar nicht müde und haben eine lustige „Koboldübernachtungsparty“ gefeiert. An Koboldstreichen fehlte es dank Konrad und Klara nicht, wie ihr euch sicher denken könnt.

Meine Kindergartenfreunde sehe ich im Moment nicht real, sondern wir sind virtuell durch das Internet verbunden. Wir schicken uns gegenseitig Videos mit Experimenten, Turnübungen und vieles mehr. Ich freu mich immer wieder neue Sachen auszuprobieren.

Vor meinem Kindergarten habe ich bei einem Spaziergang etwas ganz Besonderes entdeckt. Die Mut-Mach-Schlange. Daneben steht ein Schild. „Such dir einen Stein. Mal ihn an. Leg ihn neben die anderen Steine, damit eine lange Schlange entsteht.“ Als ich meinen ersten bemalten und mit Glitzer bestreuten Stein zur Schlange legte, war sie erst 5 Steine lang. Aber einige Tage später habe ich nur so gestaunt, welche wunderbaren Kunstwerke meine Kindergartenfreunde bei ihren Spaziergängen dazugelegt haben. Die Schlange wächst Tag für Tag immer weiter.

Manchmal fühl‘ ich mich aber schon einsam. Vor allem wenn Mama und Papa „Home-Office“ machen. Sie sitzen lange vor ihren Computern und müssen konzentriert schreiben, lesen und manchmal machen sie sogar Videoanrufe mit ihren Arbeitskollegen. Da muss ich immer ganz leise sein. Vor einigen Tagen wollte ich gar nicht warten bis meine Eltern endlich Zeit für mich haben und ich war schon ein bisschen schlecht gelaunt. Plötzlich klingelte es und vor der Tür stand der Briefträger, mit einem großen Kuvert in der Hand, auf dem mein Name stand. Darin war eine Zeitung von meinem Kindergarten, darauf stand „WUNDERvolle, kunterBUNTE Glückspost für unsere kleinen Helden“. Sie ist gefüllt mit vielen Rätseln, Ausmalbildern, Geschichten und verschiedensten Spielideen für drinnen und draußen. Jetzt hab‘ ich noch mehr Ideen wie ich meine Zeit zuhause verbringen kann und freue mich schon auf die nächste Post vom Kindergarten.

„Ich weiß nicht, ob es besser wird,
wenn es anders wird.

Aber es muss anders werden,
wenn es besser werden soll.
(Georg Christoph Lichtenberg)

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